Hand drauf: Schlafplatz dank digitalem Handschlag

Thies Rathmann schläft bei Fremden auf der Couch

Thies

Als Thies Rathmann in den Flieger nach Vancouver stieg, wusste er noch nicht, wo er am Abend schlafen würde. „Mach doch Couchsurfing“, riet ihm sein Sitznachbar im Flugzeug. Der Begriff „Couchsurfen“ basiert auf dem gleichnamigen Internetportal www.couchsurfing.com, das seit 2004 Menschen vernetzt, die einen kostenlosen Schlafpatz suchen oder anbieten. Noch am Flughafen in Vancouver schrieb der Hamburger mehrere Mitglieder mit freien Sofas über die Plattform an. Die erste Nacht verbrachte Thies Rathmann zwar im Hostel, aber schon am nächsten Tag klingelte er an einer fremden Wohnungstür, um für ein paar Nächte das Gästebett zu beziehen. Nervös war er nicht, er vertraute auf seine innere Stimme. „Mir war klar, dass jemand, der kostenlos einem Fremden seinen Schlafplatz anbietet und ein Grundvertrauen in seine Mitmenschen hat, einfach ein cooler Typ sein muss, mit dem man auch gern abends was trinken geht.“ Dabei geht es weniger darum, die Übernachtungskosten zu sparen, sondern vielmehr um das Kennenlernen von Menschen aus fremden Städten. „Ich würde es immer wieder machen, Couchsurfen ermöglicht einem nicht nur günstiges Reisen, sondern lässt Freundschaften entstehen, baut Vorurteile ab und stärkt das Vertrauen in die Mitmenschen.“