Gehörlosen-Beraterin Petra Schäfer im Interview

Zu Besuch in Altona

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Petra Schäfer berät ihre Kunden in Gebärdensprache – als einzige Gehörlosen-Beraterin der Haspa. Und damit zeigt die stellvertretende Filialleiterin in Altona, dass körperliche Einschränkungen der Kunden keine Rolle bei der Qualität der Beratung spielen.

Frau Schäfer, warum können Sie Gebärdensprache?
Ich habe das bereits in der Kindheit gelernt. Meine Mutter ist gehörlos und mein Vater stark schwerhörig, so habe ich die Gebärdensprache von klein auf gelernt.

Wie kam es dazu, dass Sie diese Kenntnisse auch bei der Arbeit nutzen können?
Das war noch in meiner Ausbildungsfiliale, als eines Tages ein gehörloser Mann vorbeikam und versuchte, durch Gesten und kleine beschriebene Zettelchen sein Anliegen zu erklären. Ich habe das mitbekommen und ihn direkt in Gebärdensprache angesprochen, was ihm natürlich eine große Hilfe war. Da kam mir, aber auch meinen Vorgesetzten, der Gedanke, dass es gerade bei Bankterminen manchmal ganz schön kompliziert werden kann. Und so haben wir 2003 meine Rolle als Gehörlosen-Beraterin ins Leben gerufen.

Wie ist denn die Resonanz der Kunden?
Wunderbar. Ich betreue im Moment rund 230 hörgeschädigte Kunden und kann ihnen so den gleichen Service wie allen anderen Haspa Kunden bieten, ohne irgendwelche Kommunikationsschwierigkeiten.

Ist es nicht aufwendig, dass die ­Gehörlosen immer nach Altona kommen müssen?
Natürlich funktionieren gewisse Anfragen auch per E-Mail, allerdings ist es vielen Kunden bei der Bank immer lieber, ein Gesicht vor Augen zu haben und direkt bei mir ihre Nachfragen stellen zu können. Darum haben wir vor Kurzem ein ganz neues, spannendes Projekt gestartet: den Video-Chat für Gehörlose.